Große Galasitzung 2012
Haster feiern Karneval – und Pele feiert mit
Wenn VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz und das Stadtprinzenpaar Rene und Ann-Kathrin zusammen auf derselben Bühne auftreten, dann muss irgendetwas passiert sein in Osnabrück. Ist es auch – die 1. Haster Karnevalsgesellschaft hatte sie eingeladen.
Wollitz – gemeinhin als engagierter Fußballtrainer und weniger als büttenredender Jeck bekannt – ist Lokalpatriot im Herzen. Er machte seine Sache als prominenter Gast denn auch gut, verteilte Vereinswimpel und Tickets für ein Heimspiel an die Prinzessinnen des MGV Liederkranz. Sogar das Singen und Schunkeln, eingehakt bei den närrischen Damen auf der Bühne, ließ er sich nicht nehmen. Dafür sackte Wollitz bei den Karnevalisten im Café Osterhaus gewiss Sympathiepunkte für den VfL ein.
Die Stimmung auf der Großen Prunksitzung war ohnehin den ganzen Samstagabend über ausgelassen gut. Dafür leisteten zum einen die Garde-Mädels der „Nette Girls“ mit gleich mehreren Auftritten ihren Beitrag und wurden immer wieder stürmisch bejubelt. Zum anderen feierten viele Freude der Haster KG mit, darunter der Liederkranz, Accordium, die KG Rot-Weiß Melle und der Vechtaer Carnevals Club.
Jupp Kentenich vom Club of Tüddelkopp überreichte dem Haster Präsidenten Peter Kliemann eine kleine Flagge mit dem Bierhumpen-Emblem der „Junggesellen“. In Anspielung auf die Flagge, die Karl-Ferdinand Osterhaus von der KG vom Commitee Düsseldorfer Carneval geschenkt bekommen hatte. Letztere flatterte am Samstag übrigens draußen, im Wind vor Café Osterhaus.
Kliemann, in diesem Jahr erstmalig auch Prinz der KG, schoss sich in seiner Antrittsrede auf die großen Geldfragen dieser Tage ein.
Getreu dem Motto „Geld gehört in Narrenhand“ reimte er Themen von der Steuerhinterziehung in Griechenland, kam über TV-Moderatorin Bettina Schausten, die Bundespräsident Christian Wulff interviewt hatte, dann langsam nach Osnabrück zurück: „Der OB wollte das Rathaus zum Kapitölchen werden lassen... 350000 Euro sollte es kosten... Mein lieber Boris Pistörchen. Geld gehört in Narrenhand!“ Der TuS Haste, zu dem die KG gehört, werde in diesem Jahr übrigens 111 Jahre alt – „eine närrische Zahl“.
In der Bütt brillierte mit Abstand Sabine Hollfeld aus Emsdetten. Da konnten selbst Alfons Abeln und Urgestein Norbert Witte nicht mithalten. Als lebenserfahrene und sittlich unverkrampfte Hausfrau „Emma“.
Sie ist kräftig, „aber nicht dick“, sagt sie. „Ich bin nur gut sichtbar. Für mich bremsen die Autos wenigstens. Wenn nämlich so ’n Dünnrippchen kommt, fährt’n Auto – wupp, wupp – drüber wech.“ Emma verspürt durch schlanke Frauen offenbar keine Konkurrenz: „Im Sommer – rechnet man die Asphalt- und die Lufttemperatur zusammen – sind die Dünnrippchen nach 17,5 Meter Fahrbahnüberquerung schon gut durchgebraten.“ Für einen schwungvollen Ausklang des Hauptprogramms sorgte Sandro de Ville, der viele bekannte Hits sang.
Quelle: NOZ, 23.01.2012
